Hüteworkshop mit Ivette

määh määh
määh määh

Schafe warten geduldig... (Oktober 2012)

Hüte-Workshop mit Schafen - 13./14.Oktober 2012

Ivette hütet mindestens 600 Schafe
Ivette hütet mindestens 600 Schafe

„Arbeit an der Schafsherde“

 

Diesen Herbst konnten Ivette und ich an einem Hüteworkshop mit „echten“ Schafen bei einem Schäfer teilnehmen.

Unsere Hunde sind geborene Hütehunde, dies sieht man auch immer wieder bei den „Journées Beauceronnes“ in Frankreich, wenn die jungen Hunde an einer kleinen Schafherde arbeiten dürfen und ihre natürliche Fähigkeiten zeigen können. (CANT)

 

Die AG Beauceron im CFH veranstaltete einen Hüteworkshop mit einem berufsmäßigen Schäfermeister im Habichtswald nahe Kassel.

 

Zuerst kam das Kennenlernen der Hunde im Alter von 5 Monaten bis fast 4 Jahren untereinander, denn sie mussten sich bei der zum Teil gemeinsamen Arbeit vertragen.

 

Anschließend fuhren wir zu den etwa 600 Schafen, die schön aufgeräumt und mit Weidezaun umzäunt noch schläfrig auf einer großen Wiese grasten.

 

Ivette hatte zunächst etwas Respekt und wusste nicht so recht, was sie mit diesen Blökern tun sollte: anbellen, vertreiben, Fangen spielen, anbeißen oder gar jagen!?

Und was duftet da so lecker? Schafskotbollen! Der Schäfer meinte: „Lasst sie ruhig fressen, das ist gesund und die Hunde hören bald damit auf!“ Na ja, er kennt Ivettes Appetit nicht!

 

Der Schäfer hatte große Geduld und nahm weder uns noch unseren Hunden etwas übel.

Immer wieder machte er uns klar, dass wir ihnen vertrauen müssen, dann vertrauen sie auch uns.

 

Ivette sollte zunächst außerhalb des Zaunes entlang die Schafe kennenlernen, beobachten und den Zaun ablaufen. Als nächstes ging ich über den Zaun zu den Schafen, Ivette folgte draußen am Zaun entlang zu den Ecken, drehte dort mit oder ohne Kommando um und folgte mir hin und her. Der Raum wurde ausgedehnt, bis Ivette sogar rechts und links um das eingezäunte Gelände rannte und die Schafe beobachtete.

 

Nach einer verdienten Mittagspause sollten die Hunde nun den Schafen ohne trennenden Zaun begegnen. Es gab hier und da kleine Anfangsschwierigkeiten, weil man die Wolltiere ja jetzt auch jagen konnte. Die bleiben einfach nicht stehen! Also: Leine dran und so gesichert üben.

 

Die Übung hieß „Furche“ laufen: Ivette sollte zunächst an der langen Leine die Grundlinie erlernen und immer wieder ablaufen, was für sie wie eine Art unsichtbarer Zaun wurde, der geländebedingt den Rand des zu hütenden Geländes darstellt, das nun etwa 1ha umfasste. Ging sie über diese Linie und Richtung Schafe, kam der Befehl: „Raus da!“. Bellte sie sie an, rief ich sie ins Platz – sie beruhigte sich und schaute gespannt. So erlernte sie schnell, was ich von ihr wollte.

 

Steigerung: Ich ging auf dem Grasgelände die Grundlinie entlang, Ivette durfte weiterhin angeleint draußen auf der gelernten Linie laufen und wurde von mir mit Hand- und Sichtzeichen davon abgehalten, zu mir kommen. So kam es bereits zu einem 1-2m großen Abstand zwischen uns beiden.

Völlig platt begaben wir uns ins Nachtquartier – Ivette wollte bloß noch pennen. Sie roch herrlich nach Wiese, Gras und Schafsherde.

Herumtreibergeruch!

Ich dachte eigentlich, sie würde die Bude vollpupsen. Aber nein, echter Schafskot ist eben gesund und bläht nicht!

 

Am folgenden Sonntagmorgen wartete die Schafherde wieder auf uns. Alle Übungen des Vortags wurden wiederholt. Ich war erstaunt und glücklich, dass die Ivette schon viel gelernt hatte.

Hatte sie deshalb im Hotel im Schlaf gezuckt? Oder hatte sie Schafe gezählt?

 

Leider war das Wochenende schon um, und wir mussten den langen Heimweg antreten.

 

Vielen Dank an die AG Beauceron und den Schäfer mit seiner Lebensgefährtin!!!

 

Wo bekomme ich jetzt bloß eine kleine Schafherde für unseren Garten her…?

Ivette an der Schafsherde
Ivette an der Schafsherde