Der Berger de Beauce - Beauceron

... les bas rouges...
... les bas rouges...

Die typische Rotfärbung ("feu") des Berger de Beauce - von den Franzosen liebevoll "bas rouge" genannt, zu Deutsch "Rotstrumpf", hier Ivettes Vorderläufe.

Das "Feu" hat der Beauceron über den Augen, an den Seiten der Schnauze, auf der Vorderbrust und an den Läufen. Der restliche Körper ist schwarz (noir).

Wichtiges über die Rasse - und unsere Hunde

Hier erfährt man vieles zum Charakter und zum Umgang mit Beaucerons. Besonders zu beachten sind die Passagen zum Umgang mit ihnen. Selbstverständlich trifft einiges auch für Hunde allgemein und für andere Hunderassen zu.

 

                                    

 

Pause (August 2011)

... es wird Frühling!
... es wird Frühling!

Wie der Seitentitel verrät, gehören unsere Hunde zur Rasse "Berger de Beauce".

 

Neulich hörte ich:

"Ach, was ist denn das für eine schöne Mischung!? Sicher ein Rottweiler-Dobermann oder so."

 

Oder auch:

"Herrje, der hat ja riesige Wolfskrallen! Die musst du unbedingt abschneiden lassen!!"

 

 Und:

"Die Krallen sehen ja krass aus. Braucht der die?"

 

Immer wieder:

"Wie heißt der noch mal? Boschero???"

 

Und, obwohl man den Namen gerade eben richtig französisch (s.u.) ausgesprochen hat, hört man sein Gegenüber dennoch "Boscherong" sagen.

 

Ja, unsere Mitmenschen kennen den Beauceron vielleicht nicht. Die sieht man unter Umständen sehr selten. Doch einmal gesehen, wissen alle Bescheid über den "Boscheron" oder "Bossor-wie-noch-mal"?

 

Gut, dass man Humor hat.

Was ist denn ein Beauceron?

[Für die, welche die Aussprache noch nicht kennen: etwa so "bo:ssro", das letzte O etwas durch die Nase gesprochen, französisch eben...]

 

Darüber gibt es einige Bücher und Homepages. Daher erspare ich euch Lesern allzu viele Details. Man muss sie sowieso selbst kennenlernen. Das ist am besten so, weil sie euch auch lieber selbst kennenlernen wollen.

Fest steht, dass sie stattliche, sehr schöne und angenehme Hunde sind. Sie sind fremden Menschen gegenüber meist sehr scheu, zurückhaltend, vorsichtig, vor allem stets wachsam. Das kann aber auch gegenüber bereits bekannten Menschen durchaus so bleiben. Sie schließen eben nicht gleich jeden ins Herz und überprüfen eines jeden Gesinnung jedes Mal neu.

Ich finde, dass sie sehr sensibel sind und sich nicht sofort bedingungslos an einen Menschen binden. Ist dies aber dann erst geschehen, dann lassen sie einen nicht im Stich und sind treue Begleiter als "Herz auf vier Beinen" (wie es treffend in einem irischen Sprichwort heißt). [zum Thema: "Familienhund" weiter unten lesen]

 

Für Neugierige und Neulinge:

 

Der "Berger de Beauce" ist ein Schäferhund, bzw. Hirtenhund aus Frankreich, wo er auch als solcher immer noch häufig eingesetzt wird.

 

Es gibt zwei Varianten des Felles: "noir et feu" und "arlequin", also "schwarz mit roten Elementen" und "gescheckt, geschimmelt".

 

Die meisten Beaucerons sind noir et feu. Es sind sehr große Hunde (über 64 cm bis 70 cm) und recht schwer (Hündinnen wiegen ca. 30 - 35 kg; Rüden können durchaus 45 kg wiegen).

 

Auffällig sind die doppelten Afterkrallen an beiden Hinterläufen, die man nicht abscheiden lassen sollte und auch nicht abschneiden lassen muss!

 

Früher wurden sie an den Ohren kupiert, was zu Stehohren führte. Dies ist zum Glück seit einigen Jahren verboten.

 

Beaucerons haben ein stark ausgeprägtes Territorialverhalten, das man nicht unterschätzen darf. Wer die Grenzen unterschreitet, muss sich nicht wundern, wenn er heftig abwehrend angebellt oder gar gekniffen wird, im schlimmsten Falle gezwickt oder gebissen wird.

 

Das bedeutet nicht, dass Beaucerons bösartige, aggressive, beißende und schwierige Hunde sind, sondern ursprüngliche, instinktartig agierende kluge Hunde, die sich das einfach nicht gerne gefallen lassen.

 

Der Beauceron entscheidet selbst, wann er angefasst und gestreichelt werden will und kommt von selbst. Leider gibt es immer wieder Menschen, die diese Distanz unterschreiten, auf den Hund zugehen, mit den Händen vor dem Hund herumfuchteln und über den Kopf streicheln wollen, sich über den Hund beugen, auf ihn einreden, etc., etc... - die meisten Beaucerons möchten dies nicht von fremden Menschen erdulden. Das muss akzeptiert werden.

 

Und mal ehrlich: Wollen wir Menschen von jedem angefasst werden, ohne gefragt zu werden? Na also!

 

Da viele Beauceronbesitzer und auch "erfahrene" Hundetrainer dies meist nicht wissen oder falsch einschätzen, werden unglücklicherweise beim Umgang damit schwere Fehler gemacht. Viele Beaucerons wurden deswegen misshandelt und oft wieder abgegeben, leider nicht immer zum Züchter, sondern in Tierheime.

 

Man kann an allem "arbeiten", das Anfassen usw. kann man üben. Das kann in vielen Bereichen wichtig sein.

 

Was das Schnappen/Zwicken betrifft, sollte man daran denken, was der Beauceron eigentlich ist: Ein Hütehund, der die Herden hütet und bewacht. Wenn Tiere weglaufen, verhindert er dies durch Schnappen an den Läufen der Tiere. Das tut der Hund beherzt, doch nicht allzu fest, damit keine Verletzungen entstehen. Wenn besonders der junge Beauceron das an allem und jedem (auch Menschen) ausprobiert, muss man ihm konsequent klar machen, wo er es darf und wo nicht. Dann wird er auch niemanden beißen, wenn er es nicht soll.

 

Beaucerons sind Gebrauchshunde und sollten unbedingt eine Aufgabe haben. Sie eignen sich für vieles:

 

- Hütehund (wenn man eine Schafsherde hat...)

- Wachhund

- Rettungshund

- Fährtenhund (ein Beauceron findet alles, besonders das Fressbare!)

- Suchhund / Mantrailing

 

... und für die Ausbildung in Schutzdienst oder Obedience.

 

Aufgrund ihrer Größe ist Agility u.U. nicht das richtige, obwohl sie sehr geschickt und gewandt sind, wenn Hindernisse im Weg liegen.

 

Wenn man  nicht sicher ist, kann man den Züchter befragen, denn er kann die Welpen anhand des Knochenbaus, der Proportionen und des Verhaltens in der Wurfkiste schon früh einschätzen und entsprechend beraten.

 

Aber auch ohne ausgewiesenen Hundesport sind Beaucerons als zuverlässige und wachsame tägliche Begleiter stets bereit, ihrem Herrchen/Frauchen überall hin zu folgen.

Klar, dass sie sehr gerne spielen und draußen herumtoben, am Rad nebenher traben, beim Wandern immer den richtigen Weg finden und im Wasser plantschen und schwimmen!

 

Und wenn gerade ein paar Schafe etwas verloren rumstehen: Der Beauceron hilft ungefragt und räumt sie ordentlich an ihren Platz. Ganz fix. Unkonventionell.

 

... es sollen auch schon vereinzelt jagende Beaucerons gesehen worden sein...

Unglaublich! Wo das wohl war?

 

Ja, ja, die Beaucis. Meistens gut drauf. Spaßig. Frech. Wild.

 

Und: Sie kennen die Menschen! Sie merken sofort, wer es gut mit ihnen meint und wer nur so tut. Unbestechlichkeit als Tugend.

 

Familienhunde?

 

Was ist das denn genau?

Falls jemand eine wissenschaftliche Definition für diesen Begriff hat, können wir uns gerne darüber unterhalten.

Wenn man an die Herkunft und den ursprünglichen Gebrauch der Beaucerons denkt, ist dieser Begriff nicht angebracht, wenn man nicht sicher ist, was man darunter verstehen will.

 

Beaucerons sind jedenfalls nach meinem Befinden keine sogenannten Familienhunde, keine Kuscheltiere, die alles mit sich machen lassen, nichts anstellen und mit jedem schmusen, oder was man auch immer unter dem Begriff verstehen will. Sie sind anhänglich, wenn man es richtig mit ihnen macht, gut zu halten, wenn man alles dafür tut, dass sie ausgeglichen und ausgelastet sind.

So gesehen passen sie natürlich in eine Familie hinein.

 

Bitte fragen Sie mehrere Beauceronbesitzer (nicht nur Züchter) nach ihren Meinungen zu diesem Thema.

 

Es wäre schade, wenn ein Beauceron nach einiger Zeit "unbequem" wird, weil er den Vorstellungen nicht entspricht, und man ihn zurückgeben oder gar ins Tierheim geben muss. Tiere in Not gibt es schon genug.

 

Schneenase Ivette Dez.2010
Schneenase Ivette Dez.2010